Am Sonntag war ich abends mit Olivia auf einem Spaziergang. Das ist Teil ihrer täglichen Abendroutine und ich liebe es ein bisschen mit ihr rauszugehen. Deshalb machen wir auch immer Spaziergänge die mindestens eine Stunde dauern. Manchmal setzt sie sich irgendwo hin und spielt mit Steinen, oder anderem. Wie z.B. hier…
Am nächsten Tag war ich mit Sam zuerst im Küchenworkshop. Er hat dort eine leckere Pizza zubereitet.
Danach waren wir im Kunstworkshop. Das war für mich das ersten Mal dort. Sam hat dort Alpakas mit einer Linolpresse gedruckt. Die waren richtig goldig. Die Leiterin des Workshops war auch sehr sympathisch.
Am folgenen Tag hatten Wenzel, Emma und ich frei. Wir sind mit Wenzels Auto nach St. Andrews gefahren und haben dort in der Nähe einen Klippenspaziergang gemacht. Das war eigentlich ein Klettersteig und kein Spaziergang. Wirklich super schön.
Und abends gabs noch ein Feuer, mit anderen Co-Workern…
An einem meiner off days waren Sophie, Josephine und ich in Glasgow. Dort waren wir bei der Uni, in einem Museum, einem café und generell in der Stadt unterwegs…
Banchory
Am nächsten Tag bin ich alleine in ein Nachbarsdorf gefahren „Banchory”, um dort ein bisschen zu spazieren und die Gegend anzuschauen. Es ist ein ganz schöner Ort.
Alltag in St.Andrews
Wir haben neues Personal bekommen. Statt dem Hauskoordinator kam eine Hauskoordinatorin. Sie ist mega lieb und arbeitet auch besser. Seitdem sie da ist macht mir die Arbeit mehr Spaß. Außerdem kam eine neue Mitarbeiterin. Dadurch konnten wir auch einen schönen Ausflug machen und sind nach Stoneheaven fahren. Bevor wir vermehrt Personal bekommen haben gingen solche Ausflüge leider nicht.
Wir hatten zwei Busse gemietet, mit denen sind wir dann an den Strand gefahren. Dort saßen wir dann auf einer Steinmauer und haben den schönen Ausblick sowie die Sonne genossen.
Es war so toll dort. Wir haben fish und ships bekommen, oder etwas vegetarisches und danach noch ein riesiges Eis. Es hat allen gefallen!
Workshops
Am nächsten Tag war ich im workshop„ Stables”, zum ersten Mal tatsächlich. Finns Aufgabe war, mit einem Eimer Holz auf die andere Seite vom Garten zu tragen. Meine Aufgabe war ihn dabei zu beobachten, aber nicht mitzulaufen, damit er es alleine geschafft bekommt. Er ist dann immer bei dem Sägespänehaufen 20 min hin und hergelaufen. Dann nach den 20 min sollte ich ein Zeichen geben, damit er wieder zurückkommt. Er hat es ca 6 mal geschafft einen Eimer mit Sägespäne rüberzutragen. Wenzel und Sam mussten den Mist zum Misthaufen fahren. Das war ein bisschen fies weil Wenzel eigentlich zum ersten Mal, nach seinen 7 Monaten hier, in den Küchenworkshop hätte gehen dürfen. Das wurde dann morgens gewechselt. Er tat mir bisschen leid.
Danach haben wir wieder im Gemeinschaftsraum gechillt.
In dieser Woche haben die students Ferien. Sie bleiben zwar im Haus bei uns wohnen, aber haben keine Workshops zu besuchen. Die ganze Woche lang werden sie erst um 8 Uhr aufgeweckt und dürfen auch noch im Bett liegen bleiben, falls sie wollen. Ihre individuellen Morgenroutinen sind immernoch gleich, also meistens Klo, Dusche, Frühstück.
Dann gehts ganz entspannt los zu einer Tagesaktivität. Beispielsweise einen Strandspaziergang machen oder Schwimmen gehen (im kleinen Schwimmbad hier auf dem Gelände, also nur ein Minibecken 1,10m tief).
Dadurch, dass kein strikter Zeitplan einzuhalten ist und auch nur eine Aktivität gemacht wird ist es auch wirklich entspannter als Co-worker zu arbeiten. Klar, Duschen, Klohilfe und Haushalt muss trotzdem gemacht werden, aber irgendwie ist auch die Atmosphäre bei den Staffs entspannter als außerhalb der Ferien. Das ist dann schon alles angenehmer…
Hier in der Halle haben wir mit allen Bewohnern der Häuser ein Osteressen gehabt.Hier haben wir einen Spaziergang zum Flussufer der Dee gemacht. Und es war echt toll, dass alle die kleine Flussüberquerung über diese Steine geschafft haben. Angekommen! Erstmal gesnackt 🙂
Und wieder zurückgelaufen…
Und hier eine Einzelwanderung. Finley hat OCD und sollte nicht mit den anderen an den Strand, weil er zuviel Sand essen würde. Sharon, ich und Finley haben dann noch einen anderen Ausflug gemacht, zum Glück. Tat mir schon leid, dass er nicht mitdurfte. Aber ich glaube ihm war es eigentlich egal 🙂
Mittlerweile habe ich mich ganz gut an die Routinen der students gewöhnt. Ich muss zwar noch ab und zu Fragen, ob ich bei der zu duschenden Person die Sachen alleine oder wir zsm. vorbereiten. Denn bei jeden student ist es etwas unterschiedlich. Aber sonst klappt es eigentlich alleine. Sogar Po abwischen. Das ist einfach so in meine Aufgaben mit eingeflossen, weil halt jeder mal muss. Das finde ich die schlimmste Aufgabe und ich muss mich auch echt zusammenreißen, um nicht zu würgen. Wir bekommen in der Woche immer einen Zeitplan zugeteilt, mit verschiedenen students.
Ganz links stehen die Namen der Co-Worker und rechts davon dann die der students, in Verknüpfung mit der Uhrzeit. Die Morgenroutine von Olivia ist z.B. Wecken, Duschen, Frühstück, Zähneputzen. Man hat auch viel Zeit für das Ganze, die braucht man aber auch! Es gibt auch eine weitere Liste, auf der die Workshops stehen. Jeder student nimmt an einem anderen Workshop teil. Die Liste dafür hängt in der Küche. Als Co-Worker schaut man jeden Tag vormittags und nachmittags auf diese Liste, für den student mit dem man eingeteilt ist.
Wie man sieht, arbeitet jeder co-worker 9h pro Tag. Wenn man Glück hat, dann hat man um 17 Uhr aus, dann kann man noch relativ viel machen. Gestern abend hab ich Nudelauflauf gemacht, damit wir alle zsm noch Filmabend machen konnten, mit St.Andrews ( mein Haus, 6 Co-Worker). Die anderen haben nämlich bis 21 Uhr gearbeitet jnd dann konnten wir danach direkt starten. Sport bekomme ich nicht mehr so oft hin, aber mindestens zweimal pro Woche versuche ich es richtig unter zu bekommen. Vielleicht wird es irgendwann besser klappen. Ich hoffe! Aber bouldern war ich mit drei anderen co-workern die Woche mal.
Und hier sieht man ein paar Plätze auf dem Gelände.
Heute sind Sarah, Sarah, Sarah, Evelin, Maike, Janina und ich nach Edinburgh gefahren. Da waren wir einfach in der Stadt unterwegs und in cafés und allen möglichen Läden.
Sarah, Sarah und Janina sind danach wieder zurück gefahren. Sarah, Maike, Evelin und ich sind nachdem wir Pizza essen waren in ein Hostel gegangen.
Am nächsten Tag sind wir auf den calton hill gelaufen und waren kurz im National museum. Bevor wir zurück gefahren sind waren wir in einer Bücherei und Sarah hat mit einer alten Druckermaschiene einen Brief geschrieben.
Heute war viel los! Da ich von 9 bis 18 Uhr eingeteilt wurde, war ich morgens eine Runde joggen zum entspannen.
Um 9 Uhr habe ich Snack vorbereitet und bin danach mit Finn zum Töpferworkshop gegangen. Wir haben ein Namensschild getöpfert, mit seinem Namen. Der Workshop ging von 9:30-12:30 Uhr und man hat dazwischen 30 min Snackpause. Alle students bekommen glutenfreie Snacks mit wenig Kalorien und relativ gesund. Finn war nicht soo motiviert heute, dann muss man sehr geduldig sein. Der Leiter vom Kurs hat mir aber Tipps gezeigt wie ich ihn dazu auffordern kann mit zu machen. Um zu signalisieren, dass er aufstehen soll, macht man eine Armbewegung von unten nach oben, die Arme nach vorne ausgestreckt mit den Handflächen nach oben. Und man muss immer “bitte” sagen, damit er merkt, dass man es nett mit ihm meint. Um das zu signalisieren nimmt man die Hand ans Kinn und nimmt sie dann ein Stück weg vom Kinn, nach unten. Man macht die Handbewegungen während man spricht. Dann ist es noch deutlicher.
Zum Mittagessen versammeln sich dann immer alle im Haus. Danach gehts zum zweiten Workshop. Ich war einem anderen student zugeteilt, aber da er noch etwas ungewohnt für mich ist, durfte ich wieder Finn übernehmen. Diesmal haben wir Vögel geformt. Nachmittags gabs nochmal Snacks, für die students, im Haus.
Ich habe Finnley geduscht, bevor er abgeholt wurde. Was ziemlich herausfordernd war, weil ich ihn noch nie geduscht habe und mir nicht sicher war wie es ihm so damit geht angefasst zu werden. Er meinte immer “to close” deswegen hab ich dann versucht Abstand zu halten. Allerdings hat er halt auch nichts selber gemacht. Nach 30 min kam ein Mitarbeiter vorbei und hat gefragt ob alles gut ist. Er meinte ich soll mich davon nicht abschrecken lassen und einfach machen. Hab ich dann auch gemacht, aber es ist schon etwas ungewöhnlich so ungelernt in die Privatsphäre von hilfsbedürftigen Menschen zu kommen.
Danach hab ich noch 30 min mit den students im Wohnzimmer gechillt und dann war 18 Uhr. Also die anderen co-worker Schichtende hatten, haben wir noch Sushi gemacht 😋 dann gings ins Bett.
Am Montag hat richtig Arbeit für mich angefangen. Nach dem Frühstück ging es zum Gartenworkshop. Joe hat Mist vom Misthaufen in den Garten transportiert. Das geht wahnsinnig langsam. In 2h haben wir 6 Schubkarren transportiert bekommen. Es ist gut für die students dazu motiviert zu werden solche Aufgaben zu machen, damit sie am Ende des Tages auch zufrieden sein können.
Am nächsten Tag…
Upsi 🤭 da ist einefach der Schuh von alleine weggelaufen.
Morgens war ich erstmal alleine am arbeiten. Ich sollte gleich zwei students aus dem Bett holen. Finn muss man auch die Windel wechseln und das Bett neu beziehen, bevor er geduscht wird. Ich war mega froh dass ich die Windel nicht wechseln musste. Ich hab ihn dann geduscht und angezogen. Olivia hab ich auch geduscht und nach dem essen sind Finn und ich zum Töpferkurs gegangen.
Nachmittags war wieder frei, da war ich erstmal joggen zum verarbeiten der neuen Erlebnisse. Es gibt hier einen wunderschönen Joggingweg, am Fluss. Abends musste ich nur noch mit Joe auf Toilette, ansonsten war alles easy.
Am nächsten Tag waren Sarah, Sarah und ich in Stoneheaven. Zuhause haben wir Tassenkuchen gemacht und danach sind wir noch Bowlen gegangen, in Aberdeen.
Heute ging mein Ausflug nach Muchalls, eine Stadt ca 1h30 von der Camphill School Aberdeen entfernt. Es war so wunderschön 😍.
Die Busfahrt war zuemlich teuer ( 22£) und es ging auch teils auf einer Schnellstraße lang ( womit ich nicht gerechnet hatte ), aber generell ist es viel entspannter in Schottland Bus zu fahren. Die Busse haben zwei Etagen, meistens. Und sind generell sehr komfortabel, finde ich. Und es ist ein cooles Gefühl sich alles aus der zweiten Etage im Bus anzuschauen😂☺️.
Am Meer ist es einfach unglaublich schön. Am ersten spot habe ich zum einen wahnsinnig schöne Klippen gesehen und zum anderen einen Tümpel mit zwei goldigen Enten darin. Enten sind auch im Meer unterwegs gewesen. .
Die Wellen sind so gigantisch und so unkontrollierbar. Natur ist schon einfach schön. Bei den Klippen hatte ich schon Respekt, weil einfach nichts abgezäunt ist und sehr steil und tief hinab geht. Man kann sich hier mega frei fühlen und selbst entscheiden bis wo man gehen möchte.
Hier habe ich auch “Dracheneier” gefunden, wie sie auch in der Bretagne liegen. Mittlerweile finde ich es fast etwas peinlich, aber ich habe meiner mum viel zu lange geglaubt, dass diese Steine Dracheneier sind und stundenlang versucht die auszubrüten 🥲🫠😂😂
Es ist so eine schöne Gegend hier. Vielleicht werde ich ja wirklich ans Meer ziehen 🤗
Nachdem das Seminar vorbei war ( 15 Uhr ), war ich bouldern. Freundlicherweise durfte ich von einem Co-Worker das Fahrrad und von einer Co-Workerin das Fahrradschloss ausleihen. Man fährt zwischen 30 und 40 min in die Boulderhalle.
So sieht es überall aus. Die Häuser sind alle aus Stein und grau. Abereen ist eine Granitstadt.
In der Boulderhalle habe ich zwei Leute kennen gelernt. Robin zuerst. Bei ihm hab ich wenig verstanden, aber das wichtigste konnte ich raushören, denke ich. Danach Imogen. Sie studiert in Aberdeen und da sie nicht aus Aberdeen kommt, habe ich sie super gut verstanden. Denn sie spricht Englisch ohne den schottischen Akzent. Mit ihr war ich dann noch eine Weile am bouldern und auch deutlich länger als normalerweise, weil es hat mega Spaß gemacht mit ihr 🙃. Beide habe mir ihren Kontakt gegeben, falls ich nochmal bouldern gehe 😊.
Schottland am späten Abend sieht auch ziemlich cool aus, finde ich!
Gestern, Heute und Morgen habe ich ein Seminar, von EOS. Da kommt man mit vielen Menschen in Austausch, auch aus anderen Ländern. Das ist ziemlich cool, weil man erfährt wie es bei anderen in deren Einsatzstellen so läuft. Wir hatten Raum um über Schwierigkeiten zu sprechen, oder aber auch über coole Sachen 🙂
Danach hab ich bisschen frische Luft gebraucht und ein wunderschönen Spott entdeckt 😍
Um 8 Uhr ging es los. Frühstück wurde gerichtet, ganz gemütlich mit café. Dann gings ans Wecken. Sara hat mir die Morgenroutine von Joe gezeigt. Erst wecken und dann nachdem er sich angezogen hat Toilettengang. Insgesamt hat das fast eine Stunde gedauert. Dann haben wir gefrühstückt und danach eigentlich nur im Wohnzimmer gesessen.
Die students brauchen die ganze Zeit eine Betreuung… Manchmal rennt jmd. gegen eine Wand, weil er sich verletzen möchte. Manchmal versucht eine etwas zu essen, egal was. Wenn sie etwas essbares sieht steckt sie sich das in den Mund, aber auch unessbares…
Später war ich noch eine Runde Joggen. Rund um die Schule gibt es einen guten guten Joggingweg.
Ich bin in einem Haus eingeteilt, indem es students zwischen 18 und 25 Jahren gibt. An Arbeitstagen kann man dreimal am Tag mit ihnen gemeinsam essen. Für mittags kommt jeden Tag eine Köchin, die nur gesund kocht, damit die students mit allen Vitaminen, Proteinen und Mineralstoffen versorgt sind. Es gibt immer Vegetarisch zur Auswahl, öfter auch Fleisch und man kann auch alle Essenswünsche äußern. Die students sind fertig mit der Schule und werden hier mit workshops auf ihren weiteren Lebensweg vorbereitet. Es gibt Fahrradworkshops, Gartenworkshops, Backworkshops und einige andere.
Ich habe heute und morgen direkt „off days” bekommen. Das bedeutet, dass ich an diesen Tagen frei habe. Heute waren Pia und ich in der Stadt von Aberdeen.
Um 16 Uhr bin ich in Aberdeen angekommen. Dort hat mich Mehdi ( einer der Hauptunterstützer von dem Hof) abgeholt. Zwei FSJlerinnen habe ich schon kennen gelernt, Pia und Emma. Sie haben mir vieles erklärt und gezeigt.
Mein Zimmer ist in einem Haus, das ein paar Meter neben dem Gemeinschaftshaus liegt.
Mit den Schüler:innen bin ich auch schon in Kontakt gekommen. Es sind schon krasse Beeinträchtigungen finde ich. Von manchen Verhaltensweisen bin ich schon eingeschüchtert. Z.B. als einer sich gerade, nach vorne hat fallen lassen, auf den harten Boden und dann dort lag. Ich hab mich ziemlich laut erdchrocken, aber der Betreuer hat nur gelacht und meinte, dass ich mich daran gewöhnen werde.
Nach einer netten ungewohnten Verabschiedung ging es los zum Stuttgarter Flughafen. Die Gefühle überschlagen sich, von frühzeitiger Sehnsucht, Angst dass das Flugzeug abstürzt und irgendetwas wichtiges vergessen wurde, bishin zu Vorfreude, Aufregung und einem Freiheitsgefühl.
10:25 Uhr. Das Flugzeug beginnt hochzufahren. Sicherheitsmaßnahmen werden erklärt (meiner Meinung nach zu ungenau 😅). Die Lichter auf der Fahrbahn sehen hübsch aus, den Flug an sich konnte ich nicht genießen, vielleicht hab ich Flugangst 😂(Realangst nennt man das, hab ich in Psychologie gelern).